Bramsche textil gesehen
Im Mittelpunkt der Ausstellung Verbindungen – Bramsche textil gesehen von Andrea Ziegler stehen textile Kartografien. Ausgangspunkt für ihre Arbeiten sind Gespräche, Begegnungen und Wege von Bewohner*innen, deren Gedanken, Gefühle und Perspektiven gesammelt und in textile Arbeiten übersetzt wurden.
Die Arbeiten untersuchen den Alltag vor Ort und machen eine oft übersehene, aber tragende Normalität sichtbar: Zufriedenheit, Engagement und soziale Verbundenheit. Anstelle spektakulärer Ereignisse stehen das Gewöhnliche und das kontinuierliche Mitgestalten des Lebensraums im Mittelpunkt. Andrea Ziegler versteht diese Normalität nicht als Selbstverständlichkeit, sondern als Ergebnis gemeinschaftlichen Handelns. Die Ausstellung lädt dazu ein, das eigene Umfeld neu wahrzunehmen – als soziale Struktur und gemeinschaftliche Praxis.
Andrea Ziegler wurde in Weiden in der Oberpfalz geboren, studierte an der HAW Hamburg und war 2025 bis Anfang 2026 Stipendiatin des Horst-Janssen-Museums Oldenburg. Die Erfahrung, unmittelbar an der tschechischen Grenze aufgewachsen zu sein, prägt bis heute ihre künstlerische Perspektive: Fragen nach Grenzen und Globalisierung sowie nach Zugehörigkeit und Identität sind wiederkehrende Bezugspunkte ihrer Arbeit.
Seit 2009 arbeitet sie ausschließlich textil und setzt die Nähmaschine als Zeicheninstrument ein. Beim freihändigen Sticken auf Stoff entstehen Arbeiten, bei denen Vorder- und Rückseite gleichermaßen sichtbar sind. Somit ist jede Arbeit von Beginn an zweiseitig angelegt und eröffnet mindestens eine weitere Perspektive.
Die künstlerische Arbeitsweise von Andrea Ziegler kann auch im begleitenden Workshop Textilkunst mit der Nähmaschine praktisch erlebt werden.
Die Ausstellung wurde durch die LEADER-Region Nördliches Osnabrücker Land (NOL) mit Mitteln der Europäischen Union, des Landes Niedersachsen sowie der beteiligten Kommunen gefördert.
Mühlenort 6
49565 Bramsche
Förderer: